Der Neuanfang
von Manfred Wiese und Doris Prokop
Seit der Wiedergründung des Vereins 1949 sind die Protokolle der Vorstandssitzungen, der Turnratssitzungen, der Mitgliederversammlungen und von vielen anderen Besprechungen erhalten. Trotzdem bleiben beim Lesen der Aufzeichnungen viele Fragen offen. Vieles, das in einem Protokoll nur in einem Nebensatz erwähnt und als allgemein bekannt angesehen wird, wäre heute interessant. Deshalb können im folgenden Bericht einige Sachverhalte nur so wiedergegeben werden, ohne ihre Ursachen oder ihre Auswirkungen schildern zu können.
Wie oben gesagt, beginnt das Vereinsleben 1949 wieder. Auf einer Versammlung, an der 30 ehemalige Mitglieder des Turnvereins Queichheim 1892 e.V. teilnehmen, wird der Verein wiedergegründet. Diese Zusammenkunft, die in der Gaststätte „Zur Reichsfahne“ abgehalten wird, wurde einberufen, da der ehemalige 1. Vorsitzende vom Amtsgericht Landau aufgefordert worden war, den Turnverein im Vereinsregister löschen zu lassen. Doch der Verein wird nicht aufgelöst, sondern der alte Vorstand mit Jakob Kehrt, Schneidermeister aus Queichheim, als 1. Vorsitzender wiedergewählt. Dieser neue Vorstand will sich bemühen, möglichst schnell den Turnbetrieb neu aufzunehmen. Erst muss der Verein aber die Turngeräte, die bei der Auflösung des Vereins vorhanden waren, wiederbeschaffen und neue Mitglieder werben. Außerdem sind die Eigentumsverhältnisse und Nutzungsrechte der Turnhalle mit der Stadt Landau und der Gemeindeverwaltung Queichheim abzuklären. Die Halle war 1937 im Einvernehmen mit den damaligen Queichheimer Bürgern an die Stadt Landau übergeben worden.
Am 5. Januar 1950 beschließt die Mitgliederversammlung eine neue Vereinssatzung.
Um Klarheit in Sachen `Turnhalle´ zu bringen und um den Turnbetrieb wieder aufnehmen zu können, bittet der Verein die Gemeindeverwaltung um eine Stellungnahme. Außerdem möchte der Turnverein um die Rückgabe von Reck und Barren bitten. Um den Turnbetrieb nicht zu lange ruhen zu lassen, beginnt der Verein im Februar, nur mit einem „Barren ohne Holme“ ausgestattet, im Tanzsaal der Gaststätte „Zum Löwen“. Als erstes Turngerät schafft der Verein sich eine neue Bodenmatte an. Diese Ausgabe belastet die Vereinskasse aber so sehr, dass bei einer Rechnung über Schreibpapier um Stundung gebeten werden muss. Um diesen Missstand zu beseitigen, veranstaltet der Verein am 26. März 1950 einen Werbeabend mit turnerischen Vorführungen der Vereinsjugend, dazu einen Lichtbildervortrag über den Turnhallenbau und das damalige Vereinsleben. Das Programm wurde durch einige Lieder der Liedertafel und musikalische Unterhaltung der Kapelle Edmund Bruß abgerundet. An dem Abend konnten viele neue Mitglieder geworben und die leere Vereinskasse etwas aufgefüllt werden. Der Schriftwechsel mit der Stadt wegen der Turnhalle bringt keine Klarheit, so dass ein neues Gesuch gestellt werden muss. Im Juni feiert der Verein sein 1. Turnfest.
Trotzdem besteht der Verein rechtlich noch nicht.
Auf Grund eines Gerichtsbeschlusses wird es notwendig, den Verein neu zu gründen. Die Gründungsversammlung findet am 1. August 1950 statt.
Im Herbst kommt es zu einem Mitgliederschwund wegen „Untätigkeit im Vereinsleben“, denn der Tanzsaal „des Löwen“ konnte nicht mehr genutzt werden und ein Turnbetrieb im Freien war „wegen der Herbstwitterung“ ebenfalls nicht möglich, und für die Turnhalle war noch keine Regelung gefunden. Auch die Weihnachtsfeier fällt 1950 wegen mangelnder Räumlichkeiten aus. Mit Unterstützung des Pfälzischen Turnerbundes und eines Rechtsanwalts soll nun über die Turnhallenrückgabe verhandelt werden. Der Verein ist sogar bereit, vor Gericht zu gehen, um die Turnhalle einzuklagen. Aber der Pfälzische Turnerbund lehnt 1951 die Übernahme der Prozesskosten ab und deshalb muss der Verein aus finanziellen Gründen von einer Klage absehen. Um die Turnhalle trotzdem wiederzubekommen, bildet sich eine Interessengemeinschaft der Queichheimer Vereine. Der Stadtverwaltung wird ein Vorschlag unterbreitet, in dem die Interessen aller Queichheimer Vereine an der Turnhalle dargestellt sind. Dafür tritt der Turnverein seine Rechte an der Turnhalle ab, sofern die Stadt die Instandsetzung und Unterhaltung übernimmt. Wie es aussieht, nimmt die Stadt dieses Angebot vorläufig an.
Am 7. Oktober 1951 stirbt der Ehrenvorstand Jakob Roth, der seit der Gründung dem Verein angehörte.
Für die Weihnachtsfeier bereitet der Vorstand eine Verlosung vor, für die bei allen Mitgliedern und den Landauer Geschäftsleuten um Geschenke gebeten wird. Der Erlös aus dem „Glückshafen“ soll ausschließlich für Jugendturngeräte angelegt werden.
1952 feiert der Verein am 9. und 10. August sein 60. Stiftungsfest.
1953 wählt der Vorstand Ferdinand Walter zum neuen Vorsitzenden.
Den langjährigen Vorsitzenden, Jakob Kehrt, ehrt der Verein für 60 Jahre Mitgliedschaft und zum 30jährigen Vorstandsjubiläum. Er wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Gleichzeitig wird Josef Roth Ehrenmitglied, da er Mitbegründer des Turnvereins ist.
Am 7. Oktober 1955 werden wichtige Bestimmungen, die das Vereinsleben und den gesamten Spiel- und Turnbetrieb betreffen, bekannt gegeben. Neben einer allgemeinen Hallen- und Vereinsordnung findet man z.B. das grundsätzliche Verbot des Rauchens in der Turnhalle bzw. in Turnkleidung. Ein Ehrengericht soll in Zukunft Streitigkeiten unter den Mitgliedern ausgleichen, den Entscheidungen muss sich jeder Streitteil fügen.
Der Verein führt 1956 vermehrt Wanderungen durch, so z.B. auch eine Winterwanderung für jugendliche Mitglieder. Um die Wanderungen zu organisieren und zu finanzieren, wird ein Wanderwart gewählt und eine Wanderkasse eingeführt.
1957 wird in der Halle ein neuer Fußboden verlegt. Danach kann der Turnbetrieb dort wieder aufgenommen werden. Es findet eine gemeinsame Weihnachtsfeier der Queichheimer Vereine statt.
Der Verein feiert 1958 ein „Winterfest“, auf dem eine 3-Mann-Kapelle für eine Pauschale von 60,- DM, je einem belegten Brötchen und einigen Schoppen Wein, spielt.
Obwohl die Turnhalle renoviert worden ist, stellt der Vorstand einen selten erlebten Tiefstand im Vereinsleben fest. Dessen Ursachen sieht er aber nicht nur in der so lange nicht nutzbaren Halle und der geringen Unterstützung des Turnbetriebs, sondern vor allem darin, dass keine Übungsleiter zur Verfügung stehen.
Der Verein gibt sich eine neue Satzung. Diese muss sehr gelungen gewesen sein, da der Pfälzische Turnerbund sie als Mustersatzung für kleinere Vereine verwendet hat.
Die zwei Jahre vorher eingeführte Wanderkasse wird wieder aufgelöst.
Wegen Unstimmigkeiten unter den wenigen Übungsleitern kommt der Turnbetrieb 1959 völlig zum Erliegen. Der Vorstand befürchtet, dass es ohne Turnbetrieb zur Auflösung des Vereins kommt.
Vorübergehend konnte Anfang 1960 ein neuer Turnwart gefunden werden, der leider schon bald seinen Wehrdienst ableisten musste. Da der Verein es versäumt hat, aus eigenen Reihen rechtzeitig neue Übungsleiter auszubilden, haben die Jugendlichen wieder keinen Turnwart. Zudem ist die Vereinskasse leer. Dem Verein gehören nur noch 75 Mitglieder davon 35 aktive Turner an. Wieder steht der Verein kurz vor dem Zusammenbruch. Vorsitzender Walter stellt sein Amt wegen beruflicher Überlastung zur Verfügung. Albert Spies wird zum neuen Vorsitzenden gewählt. Vorsitzender Spies stiftet dem Verein einen neuen Wimpel. Erst im Spätsommer wird der Turnbetrieb wieder aufgenommen. Dazu wird in den Protokollen vermerkt, dass häufig Fensterscheiben in der Turnhalle zu Bruch gehen, obwohl dort Ballspiele verboten sind. Auch für das Mädchenturnen wurde eine Übungsleiterin gefunden. Am 1.10. des Jahres findet ein Turnfest statt.
1961gibt es eine vereinsinterne Weihnachtsfeier, die -„gewissermaßen als Weihnachtsgeschenk an den Turnverein“- mit Liedbeiträgen der Liedertafel und des Musikvereins ausgeschmückt wird. Da kein Eintritt erhoben wird, soll für die Jugendkasse im Saal gesammelt werden.
1962 knistert es erneut im Verein, Deshalb wird kein 70jähriges Stiftungsfest veranstaltet. Trotzdem hat der Verein wieder 171 Mitglieder, wovon 90 zahlende Vereinsmitglieder sind. Der Turnbetrieb läuft weiter, obwohl in der Turnhalle Kirchenbänke wegen Renovierung der evangelischen Kirche abgestellt sind. Die Übungsleiter werden angehalten, besonders darauf zu achten, dass dadurch keine Unfälle eintreten. Die Weihnachtsfeier wurde wieder ein krönender Abschluss des Turnjahres.
Krankheit der Vorturner, Instandsetzungs- und Erneuerungsarbeiten in der Turnhalle lassen 1963 den Turnbetrieb fast zum Erliegen kommen.
1964 wird eine Interessengemeinschaft zwischen Turn- und Fußballverein angeregt, um Probleme beider Vereine besser lösen zu können. Dabei ist nicht daran gedacht, die Eigenständigkeit beider Vereine aufzuheben. Die Statistik verzeichnet 104 zahlende Mitglieder und einen Kassenstand von 870,- DM. Nachdem die Turnhalle renoviert ist, soll der Turnbetrieb wieder intensiv aufgenommen werden. Die Turner wollen sich in Turnkleidung mit Vereinsfahne am Festzug zum 75jährigen Vereinsjubiläum der Liedertafel beteiligen.
Die Gespräche mit dem Fußballverein werden fortgesetzt. Am Fastnachtdienstag wird zusammen mit dem Fußballverein ein Maskentreiben für Kinder veranstaltet. Der Verein stimmt einer Entschädigung für die Vereinsturnlehrerin und deren Helferinnen der Mädchenturnstunden von 60,- DM pro Quartal zu.
1966 schafft sich der Verein bei einem Kontostand von fast 100 DM nicht, wie teilweise gewünscht, eine neue Vereinsfahne, sondern lieber nicht rutschende Turnmatten an. Der Verein erwägt auch aus dem Pfälzer Turnerbund auszutreten, da er den Beitrag von 135,- DM als zu hoch ansieht.
Der Turnverein verhandelt 1967 mit dem Fußballverein über einen Zusammenschluss, nachdem die Mitgliederversammlung den Vorstand beauftragt hat, die Verhandlungen aufzunehmen. Über den Verlauf schweigt sich das Protokollbuch aus.
1968 wird Gerhard Scheid zum neuen Vereinsvorsitzenden gewählt. Albert Spies wird für seine geleistete Arbeit und für seine Treue zum Turnen einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
1971 gibt sich der Verein wieder eine neue Vereinssatzung. Der bisherige 2. Vorsitzende Johann Schneider wird zum Ehrenmitglied ernannt. Der Schwebebalken wird angeschafft. Es soll eine Aktion gestartet werden, um neue Turner für den Vorturnerlehrgang zu werben. Als Entschädigung für die Übungsleiter wird ein allgemeiner Satz von 2,50 DM pro Übungsstunde eingeführt.
Der Verein verfügt 1972 über zwei lizenzierte Übungsleiter und kann 13 Teilnehmer zum Vorturnerlehrgang schicken. Darunter befindet sich auch die heute (2002) noch tätige Übungsleiterin Lissy Limmer.
Sein 80jähriges Stiftungsfest feiert der Verein mit Dorfumzug, einem Festbankett und einem leichtathletischen Vergleichskampf zwischen dem TV Offenbach, dem TV Nußdorf und dem TV Queichheim.
Für knapp 3000,- DM werden Sportgeräte bestellt. Die Vereinsangehörigen Gerhard Scheid und Manfred Gein werden von Olympischen Komitee zu den Sommerspielen nach München eingeladen. Gerhard Scheid nimmt an der Olympiade als Kampfrichter teil.
1973 wird Hans Ullemeyer neuer Vereinsvorsitzender. Der Verein hat mittlerweile 207 Mitglieder. Der Barren, ein Speer und Reifen sind inzwischen eingetroffen. Auf Vorschlag von Edwin Rheude wird erstmalig ein Familienwandertag durchgeführt.
Die Turnhalle wird 1974 modernisiert. Neben Dusch- und Toilettenanlagen sowie Umkleideräumen und Geräteraum erhält die Halle auch einen neuen Innenanstrich und eine Sprossenwand. Es wird eine neue, gestaffelte Zahlung der Übungsleiter eingeführt.
1975 erhält die Turnhalle neue Fenster und zudem Innenleuchten. Als einer der ersten Vereine im Raum Landau beginnt der Turnverein am 13. Februar mit dem Mutter-Kind-Turnen unter der Leitung von Henny Ullemeyer. Der Verein passt seine Mitgliedsbeiträge den Vorschriften des Sportbundes an, um dessen Bezuschussung zu den Übungsleiterhonoraren zu erhalten. Der Verein hat ca. 160 weibliche und 110 männliche Mitglieder. „Das weibliche Geschlecht dominiert demnach in unserem Verein. Offensichtlich ist es bedingt durch „Das Jahr der Frau“, dass weitere Frauen ihren Vereinsbeitritt erklären, um sich auf turnerische Weise ihre Vitalität zum Nutzen und Wohle der Männer zu erhalten.“ Es werden für 16 Buben und 16 Mädchen, die an Wettkämpfen teilnehmen, vereinseigene Trikots angeschafft.
1976 gehören 317 Mitglieder dem Verein an. Wegen Terminhäufung der Sportfeste müssen der Familien-, der Kinder- und der Jugendwandertag ausfallen.
Anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Turnerjugendheimes in Annweiler 1978 werden Grußbotschaften aus den Turngauen in Form eines Stafettenlaufes nach Annweiler gebracht. An diesem Lauf beteiligt sich der Turnverein mit 29 Teilnehmern. Die Stafette wird am Ortseingang vom TV Offenbach übernommen und zur Übergabe zum Landauer Rathausplatz gebracht. Mit einer imponierenden Reifen-Gymnastik nimmt eine Mädchengruppe des Vereins am Stadionfest der Stadt Landau anlässlich des 50jährigen Bestehens des Stadions teil. Für die Übungsleiter wird eine eigene Turnstunde eingeführt.
Dem Rückgang der Beteiligung am aktiven Turnbetrieb – besonders bei Jugendlichen und Leichtathleten – begegnet der Verein 1979 mit einer „Trimm-Trab für Jedermann“ - Aktion anstelle des Leichtathletiktrainings und mit gezielter Werbung in der Grundschule, sowie durch Rundschreiben und Presseartikel.
1980 nehmen 4 Übungsleiter des Turnvereins am Spielfest der Stadt Landau in Zusammenarbeit mit dem Sportbund Pfalz als sogenannte Spielmacher teil. An einem Stafettenlauf der Bundesturnerjugend mit dem Ziel Heidenheim befördert der Verein die Stafette in 7 Etappen durch Queichheim bis zum Ortseingang Offenbach. Bei einer Zwischenstation tritt Frau Ullemeyer mit ihrer Mutter-Kind-Gruppe in der Landauer Fußgängerzone auf.
Wegen mangelnder Beteiligung wird das Bubenturnen eingestellt.
Edwin Rheude wird 1981 neuer Vereinsvorsitzender.
1982 beteiligt sich der Turnverein an der Einweihung der Landauer Rundsporthalle mit einer Mädchengruppe mit Bändergymnastik, einer Frauengruppe mit Tüchergymnastik und einem Tanz der Mutter-Kind-Gruppe. Neben der Grundschule wird ein Vereins-Schaukasten aufgehängt. Die 90jährige Jubiläumsfeier des Vereins wird mit Dorfumzug und Leichtathletikwettkämpfen begangen. Anlässlich des 100jährigen Bestehens der Queichheimer Grundschule tritt der Turnverein mit einer Mädchen- und einer Mutter-Kind-Gruppe auf. Die Vereinsfahne wird restauriert.
Die Bubenturnstunde wird 1983 wieder eingeführt. Im Juli beteiligt sich der Turnverein am 1. Queichheimer Stadtteilfest. Im September hilft der Verein beim Schmücken des Queichheimer Wagens für den Blumenkorso.
Der Turnverein beteiligt sich 1984 mit 20 Teilnehmern am Landesturnfest in Mainz. Erstmals wird eine Jugendfreizeit im Turnerheim in Annweiler durchgeführt. Die Turnhallenküche wird erneuert.
Die Turnerjugend sowie Begleitpersonen des TVQ werden 1985 zu einer Besichtigungsfahrt in den Mainzer Landtag auf Kosten der Landesregierung eingeladen.
1986 wird die Turnhallenbühne umgebaut.
1987 hat der Verein 385 Mitglieder. Als Höhepunkt der bisherigen Vereinsgeschichte wird die Teilnahme von 13 Vereinsmitgliedern am Deutschen Turnfest in Berlin empfunden. – Als Gruß vom Deutschen Turnfest wird auf dem Queichheimer Sportplatzgelände eine Eiche gepflanzt.
1988 nimmt die Mädchen-Leistungsriege des Vereins am Landesturnfest in Dahn teil. Bei der offiziellen Eröffnung der Queichheimer Südumgehung übernimmt der Turnverein einen Stand zur Bewirtung der Gäste beim Straßenfest.
1989 wird Vera Volz neue Vereinsvorsitzende. Der Verein beteiligt sich am 1. Queichheimer Weinfest mit 17% der dort geleisteten Arbeitsstunden. Mit einem Infostand „Vereine stellen sich vor“ und einer tänzerischen Gymnastikvorführung der Frauengruppe von Vera Volz beteiligt sich der Turnverein am Trimmfestival in Landau. Die Mädchen-Leistungsriege erturnt sich bei Veranstaltungen in Edenkoben und Haßloch einen dritten Platz. An dem erstmals durchgeführten Kurs „Wirbelsäulengymnastik“ nehmen 48 Personen teil, davon 13 passive Mitglieder und 14 Nichtmitglieder des Vereins.
Der Verein gibt sich 1990 wieder eine neue Vereinssatzung und legt fest, dass der Familienbeitrag auch für eheähnliche Lebensgemeinschaften gilt. Die Frauengruppe von Vera Volz nimmt am Turnschaukasten, einer neuen Veranstaltung des Pfälzer Turnerbundes, in Waldfischbach-Burgalben teil. Am 1. Oktober startet der Verein das Seniorenturnen für junge Leute ab 50 unter der Leitung von Henny Ullemeyer. Für ihre langjährigen Tätigkeiten in Verein und Vorstand werden die Mitglieder Edwin Rheude und Horst Rottmayer mit dem Ehrenblatt des Pfälzer Turnerbundes mit silbernem Eichenlaub ausgezeichnet. Nachdem bestimmte Vereinsmitglieder aufgefordert wurden, ihren satzungsgemäßen Jahresbeitrag zu leisten, verzeichnet der Verein rund 70 Vereinsaustritte. Dennoch gehören dem Verein weiterhin 418 Mitglieder an.
1991 beginnt der Verein mit einer neuen weiterführenden Kursveranstaltung „Tanzen macht Spaß“. Auf der Mitgliederversammlung am 10. September beschließt die Mitgliederversammlung einstimmig, dass sich der Turnverein ein Turnerheim durch Eigenleistung im Rahmen des vorgesehenen Turnhallenanbaus errrichtet.
Quellen: Protokolle des Turnvereins Queichheim 1892 e.V. von 1949 - 1991